Chronik der Langquaider Schule

1400 – Erste Langquaider Schule?

Die Geschichte der Volksschule Langquaid beginnt zunächst einmal mit einer Unsicherheit: Es ist nämlich bis heute nicht endgültig bewiesen, ob im 15. Jahrhundert tatsächlich schon eine Schule in Langquaid bestand, wenn auch ein Dokument aus dem Jahre 1906 davon spricht, dass bereits 1412 Grundstücke zum „Schuldienst“ gehörten.

Auf Grund dieser kurzen Notiz ist es aber durchaus möglich, dass zu diesem Zeitpunkt bereits „Schulunterricht“ stattgefunden hat.


1809 – Bierbrauerseheleute Obermayr stiften Schulhaus

Die Aufzeichnung der folgenden Jahrhunderte liefern überhaupt keine Belege für das Vorhandensein einer Schule in Langquaid. Erst im 19. Jahrhundert findet sich das erste, sichere Zeugnis, welches das Bestehen einer Schule dokumentiert: Am 9. Juni 1807 erfolgt die Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments der Bierbrauerseheleute Augustin und Franziska Obermayr zu Langquaid.

In welcher Beziehung steht nun dieses Testament zur Schule?

Auszug aus den Unterlagen: Das Generalkommissariat des Regen-Kreises in Straubing veröffentlichte am 5. September 1809 unter dem Betreff „Das Obermayrische Schulvermächtnis im Markte Langquaid“ im „K. B. Regierungsblatt“, S. 1482, folgendes:

In dem Kgl. Markte Langwaid … hat der verstorbene bürgerliche Bierbrauer Augustin Obermayr im Einverständnis mit seiner Gattin …, sein Haus zu einem künftigen Schulhause, nebst einem dazugehörigen Krautacker und zwei Tgw. Waldung mittels eines förmlichen Testaments hergeschenkt.

Was hat die Stifter zu diesem großzügigen Geschenk an den Markt Langquaid bewogen?

Es waren wohl zwei Persönlichkeiten, die Menschenliebe und religiöse Überzeugung vorlebten, denn sie boten dem jeweiligen Lehrer die Möglichkeit, gegen Übernahme der Erhaltungskosten im Schulhaus zu wohnen und sowohl den Krautacker als auch das Waldgrundstück zu seinem Wohle zu nutzen.

Und sie verfügten:

…, dass der jeweilige Schullehrer es schuldig ist und gehalten seyn sollte alle Täge vor- und nachmittags mit Anfangs und Ende jeder Schule jedesmal drey Vater-Unser und 3 Ave-Maria mit seinen obhabenden Schulkindern öffentlich laut zu bethen, dann jährlig für die Obermaierische beede Eheleute alle Jahre ein hl. Meß lesen zu lassen und unter selber mit seinen Schulkindern den Rosenkranz mit eingelegten Geheimnissen öffentlich abzubethen und mit selben, denen er auch das Opfergeld aus seinem Säkl zu verreichen hat, zum opfergehen.

Im Jahre 1809, dem Todesjahr der Erblasser, wurde die Schenkung rechtskräftig. In den Geschichtsbüchern ist verzeichnet: Am 19.10.1809 Einweihung der neuen Schule (heute: Schreibwarengeschäft Inge Schmid)

Von der damaligen Einweihungsfeier gibt es einen ausführlichen Bericht. In einem Schreiben des damaligen Pfarrers und Lokalschulinspektors Johann Nepomuk Helm heißt es:

… am 19. Oktober um 9 Uhr sind 52 Markts-Schulkinder fyertäglich gekleidet in dem alten Schulhaus erschienen. … Alsdann habe ich die Schulkinder in schöner Ordnung mit voran gehender Instrumentalmusik in die Filial-Markts-Kirche geführt und all da ein fyerliches Hochamt unter Trompeten und Pauken gesungen.

… hernach hab‘ ich die Schulkinder zum Grab der seligen Wohltäter begleitet. Dort haben sie in einem Kreis geordnet … ein andächtiges Gebet verrichtet und … ein Danklied schön abgesungen. Anbei haben zwei aus den besten Schülern und zwei aus den besten Schülerinnen den Grabhügel mit verschiedenen Blumen bestreut. Von dort hab ich die Schulkinder mit vorausgehenden Musikanten in schöner Ordnung in das neue Schulhaus geführt, wo das schöne Schild mit der Aufschrift „Das Obermaierische Schulhaus“ außen angeheftet war. Dort habe ich die Kinder wiederum zum fleißigen Besuch dieser Schule erinnert und ermahnt! Abends um 3 Uhr wurde allen Schul-Kindern … in dem Brauhause, wo zuvor die zwei seligen Stifter gewohnt haben, ein kleiner Schmaus gegeben und nach zwei Stunden sind die Kinder freudenvoll nach Hause gegangen.

In seinem Schreiben an das „General Kommissariat Regenkreis de anno 1809“ bittet Pfarrer Johann Nepomuk Helm untertänigst um finanzielle Unterstützung für Schulbücher da ,,, „ich in diesem Krieg (Schlacht bei Eggmühl!) großen Schaden gelitten habe und diesen armen Schulkindern im Markte Langquaid, wie auch in der Pfarr Schule zu Sandsbach und der Filial-Schule zu Adlhausen nicht viel helfen kann.“ Leider lässt es nicht mehr feststellen, wo sich das alte Schulhaus, vor der Stiftung durch die Brauerseheleute, befunden hat!

Eine Beschreibung aus dem Jahre 1875 (Statistik der deutschen Volksschule, Bezirk Niederbayern, Landshut 1878) gibt uns Aufschluss über die Bauweise des damaligen neuen Schulhauses:

„Eingeschult 160 Werktagsschüler a 2.80 Mark, 49 Feiertagsschüler a 1,44 Mark jährlich Schulgeld. Die Schule ist mit einem Schullehrer und einem Schulprivisor besetzt. Das Schulhaus, im Jahre 1807 von den Obermaierischen Bierbrauerseheleuten an die Marktgemeinde schenkungsweise überlassen und von der Gemeinde seither baulich unterhalten, steht in der Mitte des Marktes 72 Meter von der Kirche entfernt, ist zweistöckig und mit Ziegelsteinen erbaut. Es enthält im oberen Stock das Lehrzimmer für die höheren Klassen und im Erdgeschoss die Lehrerwohnung, bestehend aus 4 heizbaren Zimmern, 1 unheizbaren Gastzimmer, Küche, Keller, Waschhaus und Brunnen.“

In den folgenden Jahren stiegen die Schülerzahlen an, So wurden in Langquaid 1821 bereits 80 Schüler unterrichtet.

Aus dem Jahre 1821 stammt übrigens auch ein Beschwerdebrief der Marktgemeinde an das Kgl. Landgericht Pfaffenberg, über einen Lehrer, der in den Morgenstunden seinen „gottesdienstlichen Verrichtungen in der Kirche nachgehen musste“ und während dieser Zeit die Schüler sich selbst überlassen hatte:

… die Morgenstunden vertändelt die Jugend mit Nichtstun, mit ausgelassenen Possen, weil sie sich ohne Lehrer … selbst überlassen ist. Und die Schule gleicht mehr einer Pflanzschule der Ausartung, als einer Jugendbildungs-Anstalt. Kinder sind die werdende Welt, das künftige Vaterland, die Pflanzen der Menschheit.

Die Reaktion des Lehrers ist unbekannt – die Obrigkeit jedoch hat eingegriffen: Dem damaligen Lehrer wurde ein „Adstant“ – eine Hilfskraft beigeordnet, nämlich Johann Georg Trautner, der nach seiner Ausbildung in Amberg schließlich nach Langquaid berufen wurde. Trautner erwies sich als fähiger Lehrer und Erzieher: 1823 wurde er vom damaligen Distriktsschulinspektor Johann Nepomuk Schmid „als einer der besten Lehrer im ganzen Bezirk“ bezeichnet. Im Jahre 1825 berichtet Trautner von der Errichtung einer höheren Bürgerschule durch den damaligen Benefiziaten Nikolaus Mayer. In dieser Schule wurden alle Schüler, die das 12. Lebensjahr überschritten hatten, aufgenommen. Näheres ist über diese Bürgerschule nicht bekannt. Man weiß nicht, in welchem Gebäude der Unterricht erteilt wurde, man kennt weder die Schülerzahlen, noch die Dauer des Bestehens dieser Schule.


1848 – Unterricht auch im Rathaus

Das Ansteigen der Schülerzahlen in der Volksschule in Langquaid erforderte 1848 die Errichtung eines zweiten Klassenzimmers im Langquaider Rathaus. Es ist wohl anzunehmen, dass geplant war, dieses zweite „Lehrzimmer“ in der ursprünglich bestehenden Schule einzurichten.

Die bereits zitierte Schulstatistik von 1875 berichtet aber folgendes:

Das Lehrzimmer für die unteren Klassen und die Wohnung des Schulprovisors sind im ersten Stock des Rathauses untergebracht. Die Wohnung umfasst zwei heizbare und ein unheizbares Zimmer und eine Küche. Als Schulgarten dient zur Zeit eine beim Krankenhaus (es wurde 1866 seiner Bestimmung übergeben) auf der Rückseite des Marktes befindliche Fläche zu sieben Dezimal, die sonnige Lage hat und teils zur Obstzucht, teils zum Gemüsebau verwendet wird!

In einer Schulbeschreibung aus dem Jahre 1906 wird folgendes berichtet:

Das Lehrzimmer im Obermairschen Schulhaus und das im Rathaus sind geblieben, zu dem noch ein 2. Lehrzimmer im 2. Stock des Rathauses dazu kam.

Der Schulsprengel umfasste damals den Markt Langquaid und die Ortschaft Oberleierndorf.

Aus oben genannter Schulbeschreibung lässt sich entnehmen, dass zu dieser Zeit drei Lehrkräfte in Langquaid unterrichteten:

• Ein Volksschullehrer, der die Klassen 5 mit 7 der Wochentagsschule mit 84 Schülern unterrichtete und zudem eine 3. Knabenklasse der Sonntagsschule mit 15 Kindern. Sein Einkommen betrug jährlich 1 400 Mark, die sowohl aus einem Kreisfond, hauptsächlich aber aus der Schul- und Gemeindekasse bezahlt wurden. Zusätzliches Geld verdiente er außerdem durch seine Tätigkeit als Mesner und Chorregent.

• Eine Volksschullehrerin, die eine 3. und 4. Klasse der Wochentagsschule mit 65 Kindern und die 42 Schülerinnen einer Sonntagsschule unterrichtete. Ihr jährliches Gesamteinkommen betrug 1 000 Mark.

• Ein Hilfslehrer unterrichtete die 1. und 2. Klasse der Wochentagsschule mit 81 Schülern und die 1. und 2. Klasse der Sonntagsschule mit 18 Schülern. Seine Wohnung befand sich im Rathaus. Der Hilfslehrer verdiente jährlich 820 Mark, wobei er noch je 50 Mark für seine Tätigkeit als Turn- und Zeichenlehrer erhielt.

Infolge des stetigen Ansteigens der Schülerzahlen seit dem Einzug in das Obermairsche Schulhaus ist es nur allzu verständlich, dass der Wunsch nach einem neueren, größeren Schulgebäude immer lauter geäußert wurde. So plante man 1875 das alte Rathaus abzubrechen, das Obermairsche Schulhaus zu verkaufen und dafür ein kombiniertes Rat- und Schulhaus mit integrierten Lehrerwohnungen zu errichten. Dieser Plan vom Jahre 1875 wurde jedoch nicht verwirklicht. Bereits im Jahre 1877 gab es zu dieser Problematik neue Überlegungen. Nach dem eventuellen Verkauf des Obermairschen Schulhauses wollte der Markt das Untermünsterer Gasthaus (heute: Gasthaus „Zum Raubritter“) aufkaufen, um es zu einem Schulhaus umzubauen. Die zuständigen Regierungsstellen in Landshut verhinderten dieses Vorhaben mit der Begründung, dass die Bausubstanz des Untermünsterer Gasthauses den baulichen Sicherheitsansprüchen nicht mehr genüge und es daher nicht zu befürworten wäre.

Da die Schülerzahlen unaufhaltsam stiegen – eine Schülerstatistik aus dem Jahre 1913 spricht von 215 Kindern im Volksschulalter – wurde am 14.2.1913 ein Plan zur Errichtung eines neuen Schulgebäudes mit Lehrerwohnhaus nahe der Leierndorfer Straße ausgearbeitet und vorgestellt. In diesem neu zu erstellenden Gebäude waren vier Klassenzimmer vorgesehen und die Gesamtkosten auf 78 000 Mark veranschlagt.

Aber auch dieses bauliche Vorhaben wurde niemals realisiert und die diesbezüglichen Pläne zu den Akten gelegt.

1928 – „Alte Volksschule“ dient 70 Jahre

Nach dem 1. Weltkrieg zeichnete sich alle Möglichkeit zur Errichtung eines neuen Schulgebäudes erst unbestimmt, dann immer stärker und letztlich als Notwendigkeit gefordert, ab. So begann und vollendete man von 1925 – 1928 das neue Schulgebäude mit vier Klassenzimmern und den notwendigsten Nebenräumen. In einem gesonderten Gebäude, unmittelbar neben der Schule, wurden die Lehrerdienstwohnungen bereitgestellt. Im übrigen wurde es dem jeweiligen Schulleiter zur Pflicht gemacht, den Organisten- und Chorregentendienst auszuüben.

Diese von 1925 – 1928 errichtete Schulgebäude war bis zu Ende des Schuljahres 1997/98 die schulische Heimat der Kinder der 1. – 4. Schülerjahrgänge.

Von den grausamen Geschehnissen während und unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg blieb auch Langquaid nicht verschont. Das Schulgebäude wurde von den Amerikanern beschlagnahmt, der Unterricht in Wirtshaussälen notdürftig aufrechterhalten und die Schülerzahlen stiegen durch die Zahl der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, die in Langquaid, wenn auch nur vorübergehend, ein neues Zuhause suchten, um ein Vielfaches an.

Als Schulleiter in dieser Nachkriegszeit wurde zunächst Lehrer Vogel eingesetzt; seine Kollegen waren Frau Salman und Frau Prößl.

1946 übernahm Hauptlehrer Paul Andreas Mühlbauer die Schulleitung,

1947 im April traten Oberlehrer Franz Xaver Burgmayer,

1947 im September Lehrer Ernst Kellner

ihren Dienst an der Langquaider Volksschule an.

Paul Andreas Mühlbauer, Franz Xaver Burgmayer und Ernst Kellner waren viele Jahre hindurch an der hiesigen Volksschule tätig und sind durch ihre Persönlichkeit zu einem Begriff in der Geschichte unserer Schule geworden.

1952 – Evangelische Bekenntnisschule für 7 Jahre

Der Wille und das Ja zum Leben sind die Basis für den Aufbau einer neuen Existenz, für das Sich-Zurechtfinden in einer neuen Heimat. Die vielen Flüchtlingsfamilien hatten ihre alte Heimat verloren, hier eine neue gefunden, aber ihrer religiösen Überzeugung hielten sie die Treue. Und so kam es, dass die neuen Mitbürger des Marktes Langquaid bereits 1949 um die Errichtung einer evangelischen Bekenntnisschule für ihre 60 schulpflichtigen Kinder baten. Ihre konsequenten Bemühungen führten schließlich am 7. Oktober 1952 zur Einweihung der evangelischen Bekenntnisschule.

Maßgeblichen Anteil an diesem Projekt hatte Pastor Manz von der evangelischen Kirchengemeinde in Schierling, auf dessen Betreiben hin bereitsim Mai 1952 in der Thammer Straße, in Langquaid, der Grundstein für einen Bet- und Schulsaal gelegt wurde, der schließlich noch im Oktober desselben Jahres seine Weihe erhielt.

Als Leiter dieser evangelischen Bekenntnisschule wurde Oberlehrer Banke, ein gebürtiger Schlesier, berufen. Das Aus für diese Schule kam, als viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge Langquaid wieder verließen. Die Zahl der schulpflichtigen evangelischen Schüler sank und so erfolgte am 31. August 1959 die Schließung der evangelischen Bekenntnisschule.


1953 Gründung der landwirtschaftlichen Verbandsschule

Im Jahre 1953 wurden die bayerischen Gemeinden durch das Bayerische Berufsschulgesetz verpflichtet, zur Errichtung und zum Unterhalt von Berufsschulen beizutragen. So wurde am 1. September 1949 im unteren Teil des Landkreises Rottemburg a. d. Laaber der landwirtschaftliche Berufsschulunterricht aufgenommen. Da ein zentrales Schulhaus fehlte, wurde der Unterricht an den Volksschulen Adlhausen, Laaberberg, Oberroning, Niederleierndorf und Paring erteilt. Die landwirtschaftlichen Berufsschüler aus den umliegenden Gemeinden hatten diese Schulen zu besuchen. Dieser Zustand dauerte allerdings nur zwei Monate: Durch die Initiative des damaligen Landwirtschaftslehrers Armin Armann aus Langquaid wurde am 9. November 1949 im Schloss zu Herrngiersdorf eine landwirtschaftliche Zentralberufsschule eingerichtet. Es war dies eine der ersten, wenn nicht überhaupt die erste Zentralberufsschule in Niederbayern.

1953 wurde ein Berufsschulverband gegründet, dem sich 16 Gemeinden anschlossen. Dieser Verband bewirkte, dass in Langquaid eine zentrale, landwirtschaftliche Verbandsschule entstehen konnte.

Der Beschluss wurde 1954 realisiert und das Gebäude hinter der katholischen Volksschule errichtet. Der Leiter dieser Schule war der mittlerweile zum Schuldirektor ernannte Armin Armann.

Die Schule verfügte 1962 über fünf hauptamtliche, fünf nebenamtliche und drei nebenberufliche Lehrkräfte und wurde von 370 Schülern besucht. Im Jahre 1973 wurde sie aufgelöst. Die Volksschule übernahm mit Wirkung vom 30.1.1973 das Gebäude und das gesamte Inventar. Die Räumlichkeiten wurden bis Schuljahresende 1997/98 als Klassenzimmer bzw. Lehrerzimmer der Grundschule genutzt.

Aber zurück zum weiteren Geschehen an der Volksschule:

1963 wurden 200 Schüler von sechs Lehrkräften unterrichtet. Schulleiter war Hauptlehrer Paul Mühlbauer. Zum Lehrerkollegium gehörten: Margarete Meyer, Josefa Urbaschek, Franz Xaver Burgmayer, Ernst Kellner, Pfarrer Konrad Schmalhofer (Kath. Religionslehre), Maria Hiebl (Handarbeitsunterricht), Edeltraud Banke (Evang. Religionslehre).

Die folgenden Jahre waren geprägt von der kommenden Gemeindegebietsreform bzw. Schulreform in Bayern.

1970 – Verbandsschule Langquaid beherbergt 650 Schüler und Schülerinnen

Nach langwierigen Verhandlungen konnte 1970 die Gründung des Schulverbandes Langquaid der Öffentlichkeit vermeldet werden. Dieser Schulverband besteht aus zwölf Gemeinden, die sich zum Ziele machten, eine gemeinsame Schule zu betrieben. Mancher Gemeinde mag es sehr schwer gefallen sein, die im Ort befindliche Schule aufzugeben: Nicht nur die lange örtliche Schultradition ging zu Ende, auch das Gemeindeleben wurde spürbar verändert. So war z. B.

Paring mindestens seit 1759 Schulort,

Niederleierndorf seit 1840;

Schneidhart besaß seit 1869 eine Schule,

Semerskirchen errichtete 1803 das erste Schulgebäude.

Die Schulgeschichte von Semerskirchen
Diese ist beispielhaft für viele Ortschaften, die ihre Schule auflösen mussten. Eine handschriftliche Aufzeichnung fasst das Schicksal dieser Schule zusammen:
1803 wurde die Schule in Semerskirchen errichtet und war bis 1853 im alten Krämerhaus 1853 wurde das erste Schulhaus auf dem jetzigen Platz erbaut. Es bestand aus einem Erdgeschoss. 1865 wurden die Herrngiersdorfer nach Semerskirchen eingeschult (16 Hausnummern gehörten schon zu Semerskirchen). Nun war das Schulhaus zu klein und es wurde ein 1. Stockwerk auf das alte Gebäude gesetzt (jetziges Lehrerwohnhaus). Die Schülerzhalen stiegen über 100 und es musste eine zweite Lehrerstelle eingerichtet werden. So wurde 1893 ein Neubau erstellt mit zwei Lehrsälen und einer Dienstwohnung dritter Ordnung. Das Schulhaus bekam etwa das heutige Aussehen. Die jeweiligen Vertreter des Schulsprengels hatten für ‚Verbesserungsfragen jederzeit Verständnis. So wurden in den folgenden Jahren allerhand Neuerungen geschaffen (1922 elektrisches Licht, 1926 Wasserleitung). 1952 wurde das Schulhaus teilweise renoviert. 1957 bekam es einen neuen Eingang. 1960 wurde das Lehrerwohnhaus umgebaut und die Abortanlage neu eingerichtet. Der Umbau kam auf rund 25 000 Mark. 1962 erhielten die Schulzimmer Vorhänge und Verdunklungen. 1963 wurden elektrische Speicheröfen installiert (10 000 Mark). 1964 wurden neue Böden gelegt, Fenster gesetzt und Beleuchtungen erneuert. 1965 wurde das Schulhaus neu verputzt. In den folgenden Jahren wurde die Garage errichtet und die Auffahrt geteert. Die Schule umfasste von 1893 an meistens zwei Lehrerstellen. In den Jahren 1945/46 war sie einklassig und im Zeitraum von 1949 – 1958 dreiklassig. Im November 1966 lief der Schulversuch mit Sandsbach an. Es entstand eine vierklassige Schule. Im Schuljahr 1969/70 wurde die Schule Adlhausen vorübergehend in die Schule Sandsbach mit den Schulorten Semerskirchen und Sandsbach eingegliedert. Die Schule wurde fünfklassig. Seit Juli 1970 stehen die Schulzimmer leer. Die Hauptschüler besuchen seit Herbst 1970 die Volksschule Langquaid. Die Grundschule befindet sich in Sandsbach.

Bereits vor der Gründung des Schulverbandes Langquaid wurde die Errichtung eines neuen Schulgebäudes in Langquaid geplant.

1966 erwarb die Marktgemeinde Langquaid ein 5 ha großes Grundstück, auf dem die Schulanlage errichtet werden sollte.

1967 wurden diesbezügliche Baupläne dem Marktgemeinderat vorgelegt. Es folgten langwierige Verhandlungen, die den Baubeginn verzögerten.

1969 wurden die ersten Bauaufträge vergeben.

1970 wurden die ersten fünf Schulzimmer im neuen Gebäude bezogen.

Zwischenzeitlich bekam auch der Schulverband seine endgültige rechtliche Gestalt. Mit Wirkung vom 1. August 1970 wurden von der Regierung von Niederbayern gemäß dem Bayerischen Volksschulgesetz von 1966 die Sprengelorte der neuen Verbandsschule Langquaid wie folgt bestimmt: Die Gemeinden Langquaid, Niederleierndorf, Oberleierndorf, Paring, Adlhausen und Schneidhart schicken alle schulpflichtigen Kinder der Klassen 1 – 9 in die Verbandsschule Langquaid. Die Gemeinden Herrnwahlthann, Sandsbach, Herrngiersdorf, Semerskirchen, Sittelsdorf und Leitenhausen schicken nur die Schüler der Jahrgangsstufen 5 mit 9 in die neue Verbandsschule.

Am 15. September 1970 begann das erste Schuljahr für die neue Verbandsschule: 650 Schüler und Schülerinnen kamen größtenteils als „Fahrschüler“ aus allen Gemeinden des neuen Schulverbandes nach Langquaid.

Am 17. Juli 1971 erfolgte die offizielle Einweihung der neuen Verbandsschule Langquaid in einem glanzvollen Festakt.

1975 wird der erste türkische Schüler an der Volksschule Langquaid unterrichtet. Seit dieser Zeit kommen Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache aus vielen Ländern Europas zu uns nach Langquaid. Das Ziel unsere Schule ist es, sie mit dem notwendigen Wissen für ein zukünftiges Leben als Erwachsener auszustatten, ohne ihnen ihre nationalen Besonderheiten absprechen zu wollen.

Ein Bauvorhaben, das noch zu realisieren war, stellte die Errichtung einer Sportstätte an der neöuen Verbandsschule Langquaid dar. In seiner Rede anlässlich der Einweiung der neuen Verbandsschule am 17. Juli 1971 wies der damalige Konrektor Ernst Kellner nachdrücklich auf die Notwendigkeit einer neuen Sportanlage hin: So wurde schließlich am 24. Juli 1976 die neue Schultunhalle mit dem Allwetterplatz feierlich eingeweiht. Der Schulverband Langquaid hatte alle Anstrengungen unternommen, um eine Doppelturnhalle mit anschließendem Hartplatz zu errichten. Das ganze Projekt kostete 1,7 Millionen Mark. Von jetzt an war es möglich, allen Schülern der Verbandsschule Langquaid einen umfassenden Sportunterricht nach den Richtlinien des amtlichen Lehrplans anzubieten. In den Folgejahren wurde es immer deutlicher, dass das alte Gebäude, in dem die Grundschule untergebracht war, den Anforderungen einer modernen Pädagogik nicht mehr genügen konnte: Ein neues Schulhaus für die Schülerjahrgänge 1 mit 4 auf dem Gelände der Hauptschule wurde geplant. Die für das Jahr 1995 erhoffte Einweihung der neuen Schulanlage konnte jedoch infolge des auf einen späteren Zeitpunkt verlegten Baubeginns nicht stattfinden.

Das Jahr 1997 brachte dann endlich den lang erwarteten Tag: Am 30. April 1997 erfolgte der erste Spatenstich, eingeleitet durch eine kleine schulische Feier und begeistert kommentiert und beobachtet von den Kindern der Grundschule, die Augenzeugen dieses historischen Geschehens waren. Es vergingen kaum zwei Wochen, denn bereits am 12. Mai 1997 war Baubeginn und am 15. Oktober 1997 erlebten wir das Richtfest unserer künftigen Grundschule. Von Woche zu Woche wurde nun das Modell des neuen Grundschulkomplexes, das in unserer alten Schule zur Einsichtnahme ausgestellt war, zur Wirklichkeit: Und so waren Freude und Begeisterung groß, als die ersten Wochen nach Beginn des Schuljahres 1998/99 als Um- und Einzugstermin benannt wurden.

1998 – Neue Grundschule nimmt zehn Klassen auf

Im Herbst 1998 wurde nach der kirchlichen Segnung und der feierlichen Schlüsselübergabe das neue Grundschulgebäude für 251 Schüler in zehn Klassen weit geöffnet!

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